Ich bin noch nicht fertig

So sorgfältig hinabgestiegen in das dunke Loch, Schritt für Schritt auf der selbstgebauten Strickleiter, so vorsichtig durch die Finsternis getappt, die andre Seite suchend, um wieder hinaufsteigen zu können, hinauf in’s Licht. Die Falltür übersehen.

Es ist kein rasanter Fall. Ein Gleiten eher, schwebend, und ich sehe nicht nur die Marmeladengläser (Erdbeer, 1997) und Bücher (Kreuzworträtsellexikon) in den Regalen, sondern auch die Bilder an der Wand, die Bilder, die durch den Raum schweben, die Bilder in meinem Kopf. Keine Landkarten.

Das Schlimmste, meinte die Ärztin zu mir, sei für sie persönlich das Wissen, den verstorbenen Menschen nie mehr berühren zu können, nie wieder mit ihm sprechen zu können. Woher will sie das so genau wissen, das mit den “Nie wieder”?

Was das Schlimmste für mich ist, weiß ich nicht. Schlimm ist das Erinnern. Z.B. an den Grießbrei. Wie gut er geschmeckt hat, wie sie geschaut hat, wenn sie uns Kindern eine Extraportion Schokolade über den heißen Brei raspelte. Viel schlimmer jedoch ist das Erinnern an schlimme Dinge. Dies zaubert kein kleines, trauriges Lächeln in mein Gesicht.

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