Implosion

30. Januar 2010 - 13:18 Uhr

Die sich stets verdichtende Schwebezustand, nun implodiert, der sich darin befindliche Mensch muss achtgeben, von den wirbelnden Bruchstücken nicht erschlagen zu werden. Und sich dann auf die Suche machen nach den Fragmenten seines Lebens, doch wo soll er suchen, in sich oder außerhalb?

Mühsamst aus der Leere gepresste Worte, bitterer als die letzten Tropfen einer alten steinigen Frucht.

Die Schwere des Herzens, sie ist wieder da und mag nicht weichen, doch kein Wunder, das arme Herz, kein Weg wird ihm gestattet sich zu befreien, außer sich wieder und wieder durch die Kopfspiralen drehen zu lassen, wieder und wieder, bis das tüchtige Hirn einige Tropfen blassen Blutes in der Maske eines kümmerlichvernünftigen Gedankens auskotzen kann.

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Den Gedanken nachhängend

11. Dezember 2009 - 00:47 Uhr

Den Gedanken nachhängend in der U-Bahn sitzen. Sich all der Menschen gewahr werden und fragen: Laufen in all diesen Köpfen auch so Filme? Was für Filme könnten das sein?

Später im Zug eine alte dicke Frau. Die so gern Karten spielt und würfelt. Erzählt sie der jungen Frau, die aus dem Fenster schaut. Jedoch hat sie niemand zum Karten spielen und würfeln. Ihr Mann, der schläft immer. Manchmal schimpft er. “Du und Deine Karten! Lass mich in Ruhe” äfft sie ihn nach. Und dann: “Schlagen könnt ich ihn, totschlagen! Hoffentlich hab ich nie ein Gerät in der Hand, wenn er so ist …”

Einblick in einen der Köpfe, Typ deutsche Durchschnitts-Seniorin.

Eine Woche ist das etwa her.

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Im Nachtzug nach Lissabon

11. Dezember 2009 - 00:40 Uhr

Im Nachtzug nach Lissabon las ich und fragte mich, was die Axt wohl dem Tageslicht preisgeben würde, wenn sie die Eisschicht des Meeres zerschlüge. Am Abend desselben Tages dann eine Begegnung.

Vier Wochen ist das etwa her.

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Es macht mir nichts aus,

7. Dezember 2009 - 13:27 Uhr

Es macht mir nichts aus, barfuß draussen zu laufen, auch nicht in der Nacht, auch nicht, wenn es regnet. Mit dem Entdecken der ersten Nacktriesenschnecke auf dem Gartenweg jedoch wird das “Nur noch schnell Müll runterbringen” abenteuerlich, sehr abenteuerlich.

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So fing es an, so ist der Plan

30. November 2009 - 23:13 Uhr

Im Oktober 2001, handgestrickt auf meiner damaligen HP:

“Mir gefällt die Idee einer SchnipselSammlung, keine Fetzen, die doch meist recht wohlformuliert werden und kein Tagebuch, bewahre, nein, Tagesschnipsel, und da das zur Zeit so ungefähr das einzige ist, was mir gefällt, sollte ich mich dranmachen. *dranmach*
Mal gucken, was sich die letzte Zeit so angesammelt hat…

Eine Stunde später, hm, gefällt mir nicht schlecht bisher – noch ein Archiv!
Ja, und das mit dem Küssen nehm ich zurück, schließlich soll man niemals nie sagen.”



Wenige Tage später dann:

“Aha, man nennt es weblog, was ich hier mache. *imNetzgestöberthab*
Auf dem Schiff damals durfte ich das Logbuch nicht führen, weil “das nur der Käpt´n darf”. Hier bin ich mein Kapitän. Ich kann es machen, wie ich will. Was ich nicht will ist mir klar, weder mein Seelenleben komplett ausbreiten (auch kein andres Leben) noch täglich berichten, welches Lied um wieviel Uhr auf welchem Radiosender gespielt wurde (selbst wenn ich Radio hören würde).
Und wenn ich will, dann werde ich …”



Und an diesem Punkt bin ich wieder, wenn auch in einer komplett andren Region meiner biographischen Landkarte. Der Plan: Mein Leben einzusammeln.




(Das mit dem Küssen war so: es bezog sich auf den vortägig geposteten Eintrag:

“ich will niemals wieder geküsst werden
dann wacht man auf
das ist nicht gut, weil es sich so schwer wieder einschläft”)

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