30.10.01


Ganz klar, dass sowas noch passiert. Ich hab mich zu sicher gefühlt. Zwei Tage ist es nun her, nichts geschehen in diesen zwei Tagen und ich wurde leichtsinnig. Das hab ich nun davon. Dieses Gefühl von heute morgen ist kaum zu beschreiben ... Merkwürdig, gräßlich, einfach furchtbar war es, doch die Worte drücken mein Gefühl, das mich beschlich, als ich im Wohnzimmer die Wahrheit erkannte, nur unzulänglich aus.

Natürlich war es ein Fehler, den Vorabend zu lange im chat zu bleiben. Erst um zwei Uhr "Tschüß" zu sagen, mit dem Wissen, um sieben schellt der Wecker und dann liegen 12 Stunden Arbeit vor mir, noch fataler, um zwei nicht schlafen zu gehen, sondern noch ein wenig zu lesen. Immerhin, immerhin war ich noch fit genug, mir einen zweiten Wecker zu stellen. Sicher war es noch nicht ganz drei, als ich dann eingeschlafen bin. Einmal aufgewacht um fünf, Freude beim Schauen auf den Wecker, noch zwei Stunden schlafen, das ist gut, das reicht auch. Dann ist es soweit, Klingkling, und die Merkwürdigkeit beginnt. Da stimmt was nicht. Da stimmt was ganz und gar nicht. In´s Wohnzimmer trapsen, Kaffeewasser in der Küche aufsetzen, das merkwürdige Gefühl wandelt sich in ein unheimliches Gefühl und kriecht mir den Rücken hoch. Ein Blick auf die Wanduhr. Das Gefühl erreicht meinen Kopf, der nicht in der Lage ist, zu erkennen. Zu erkennen, was hier falsch ist.

Und dann ging alles rasend schnell. Erneuter Blick zur Wanduhr und Begreifen: Es ist 6.00 Uhr. 6.00 Uhr am Morgen, eine Stunde zu früh - und wieder was gelernt, es reicht doch nicht, einen Teil der Uhren der Winterzeit anzupassen.



28.10.01

Hippelig? Hippeliger als Älis!? Kaum zu fassen, dass es das gibt.


Fremde Menschen in meiner Wohnung ...

Diese Wohnung ist nicht getarnt ... Wer hier reinkommt, der sieht der sieht meine Bücher, meine Platten, meine Bilder ... Pflanzen, Möbel, Videofilme ... Eintrittskarten, Postkarten, Zettel ... ein Kondom am Fenster, einen Gecko an der Decke, Flecken auf dem Teppich ... der sieht ein großes Stück von mir, was sonst nicht erkennbar ist.

Weil ich bin getarnt.

Und er sieht, wenn er genau schaut, die schmutzigen Ecken, die chaotischen Ecken, die ordentlich und sauber zu halten mir nicht gelingen will.

Er sieht, was mir gelingt zu verbergen, in der Wohnung offen daliegen und wenn er, der Besuch, imstande dazu ist, erkennt er mich. Ich habe Angst, erkannt zu werden ...

Frage mich, ob das der Grund ist, warum Menschen wie meine Eltern so sterile Wohnungen haben - es sind Tarnwohnungen.

Ich möchte nicht leben in so einer, der Preis ist die Angst vor Besuch. Und somit wenig Besuch und viel alleine sein.

Die Haut ist der Spiegel der Seele? Möglich, aber klarer noch spiegelt die Wohnung, solange man es nicht vorzieht, in einer Tarnwohnung zu leben.





27.10.01

Älis - die Freiheit zu hetzen!

Mein Spruch des Tages, nun immer in Farbe und zum sloganizer verlinkt.


Da ist ja was dran, seit Tagen geht´s mir so, unruhig und gehetzt, vielleicht sollte ich mir die Freiheit nehmen, das einfach so akzeptieren; es ist, wie es ist.



26.10.01


Ein Guten-Morgen-Spielchen hab ich gefunden. Mein erster Besuch auf dieser Seite brachte dieses Ergebnis:

slog1






Und wenn ein Tag so endet, ist gut, einfach nur gut:

baerli


25.10.01


Wenn jemand, den man kaum kennt, einem hilft,
einen Schrank zwei Stockwerke hoch zu tragen, ist das echt freundlich und nett.

Wenn ein Freund aus alten Zeiten, den man lange vernachlässigt hat,
den um Hilfe zu bitten man sich unglaublich schäbig vorkommt, den man schweren Herzens anruft
und im Stau auf der Autobahn in Köln erreicht, sagt:
"Mach Dir keine Gedanken, das kriegen wir schon hin, bis Sonntag um halb 5",
dann ist das wohl echte Freundschaft.



23.10.01


Grausame Nacht

Drei Uhr nachts, ich sollte schlafen, ich sollte verdammt noch mal endlich irgendwie einschlafen.
Aber mein Kopf, der lässt mir keine Ruhe, der erzählt mir Geschichten, was soll das denn, ich kenne all diese Geschichten schon, hab sie ja erlebt, heute, gestern, vor einer Woche oder einem Monat. Es sind keine schönen Geschichten und ich bin gezwungen, zuzuhören.
Los Kopf, sei still, oder erzähl mir was Andres, was Schönes oder meinetwegen was Langweiliges, damit könnte ich einschlafen.
Will nichts hören müssen jetzt, daß mich traurig macht, mich ängstigt und verstört.

Und am nächsten Morgen von einer Schlagbohrmaschine geweckt ...



22.10.01


Wenn einer nur meine Sprache verstünde, er könnte mich sofort gewinnen,
berechenbar wäre ich wie das kleine Einmaleins;
lesbar bin ich leicht wie eine Fibel für den, der Außerirdisch spricht.

Auch das Meer schweigt.





Arno Schmid hatte recht:

"Die Welt der Kunst und Literatur ist die einzig Wahre, the rest is a nightmare"

Im Winter will ich _da_ hin.



19.10.01


Rückzug durch Ausbruch?





Was für ein Glück:
Baguette, Ricotta und Pepperoni in der Küche finden,
ich werd noch mal drüber nachdenken, ob ich mir das Essen wirklich abgewöhnen will.



17.10.01


Ich möchte ALLES sein - alles hat eine schöne, eine angenehme, eine gute Seite.

Doch wie das Schöne ornamentener vereinen

mit klarerschlichtheitjpgFarbenflitterüppigkeit?

Nicht sollen die Dinge sich gegenüber stehen, auch nicht nebeneinander, vereint sollen sie sein.

Reden ist Silber und Schweigen ist´s auch, das macht es so schwierig.



15.10.01


Wie lange würde es dauern, gutgehen? Ich, von Außenreizen abgeschirmt, mit Stift und Block. Wann wäre ich leergeschrieben? Und dann?

Der Hoffnungsschimmer wird zum Strahlenbündel - eins steht fest, ich hab Zeit gewonnen.

Am Abend des Geyers schwarzen Haufen ausgegraben - wer´s wissen will: mal klicken und z.B. die Balladen über Leben, Liebe und Tod anhören.



14.10.01


Wie traurig das WE, ich mag keine Abschiede.
Dennoch ein Lichtblick.
Und ein Hoffnungsschimmer (- wieder mal - wie lange wird sich dieser Abschied hinziehen? Wie oft werde ich Hoffnung begraben, um vor der letzen Schaufel Erde innezuhalten?)
Und eine "spinnerte" Idee (- wieder mal).


Wagenbach schrieb über Kafka: "Die Zeugnisse, die von Kafkas Unfähigkeit, abstrakten Überlegungen zu folgen, seiner Eigenart, in Bildern zu denken, berichten, sind nicht anzuzweifeln." Aha. Das gibt mir zu denken.



13.10.01


Skelette in meinem Bett; irren, allein, über verbrannte Erde, da ist nichts, unendliche braungraue Weite und ich allein mittendrin, da!, ich seh was, lauf drauf zu, eine Knochenhand ist´s, aus der Erde ragend (die meines Bruders, ca. 15 Jahre vor seinem Tod). Die Skelette in meinem Bett lassen mich nicht schlafen, erst als ein kleines, ein Skelett eines Kindes, ein Kind wie ich, hinzukommt, wird´s besser. Ich und die Gebeine, ein ewiges Thema

Lebenswege, Irrwege, Auswege, keine Wege, ich glaub nicht mehr an Auswegslosigkeit

Auswegslosigkeit = Hoffnungslosigkeit

Sterben ist der Tod der Hoffnungslosigkeit





Meine Wut ist verflogen oder hat sich versteckt, stattdessen spür ich Trotz - der Trotz ist gut, brauch ich ein Haus? ich hab ein Schiff, das ich mir einrichten kann, und ich bin mein Kapitän. Und meine hp, sie war mir in den letzten Tagen ein Anker, eine Tür zur Welt und zugleich ein Rückzugsort, wie ein Häuschen vielleicht, in dem ich ein Zimmer ausgebaut hab.





Berlusconi hat abgesagt, bin froh drum, "In ganz Deutschland ist der Herbst eingezogen, nur hier grünt es noch" (NN).



12.10.01


Aha, man nennt es weblog, was ich hier mache.*imNetzgestöberthab*
Auf dem Schiff damals durfte ich das logbuch nicht führen, weil "das nur der Käpt´n darf". Hier bin ich mein Kapitän. Ich kann es machen, wie ich will. Was ich nicht will, ist mir klar, weder mein Seelenleben komplett ausbreiten (auch kein andres Leben) noch täglich berichten, welches Lied um wieviel Uhr auf welchem Radiosender gespielt wurde (selbst wenn ich Radio hören würde).
Und wenn ich will, dann werde ich ...



11.10.01

Spätnachts in einem dunklen chat, Älis ist allein im Raum, Isa tritt hinzu. Beide hatten sich vorher schon per icq unterhalten, sie wissen es voneinander, beide fühlen sich nicht gut:


isa-: klopf klopf

Älis: herein!

isa-: Hallö! ich haette da mal ne frage

Älis: dann fragen Sie mal ...

isa-: ob sie mir vielleicht weiterhelfen koennten?

Älis: womit kann ich dienen?

isa-: ist das hier das amt fuer schnuersenkellose turnschuhalter?

isa-: also wissen sie..also ich hab da naemlich so ein problem und man sagt mir ich wuerde hier eventuel

Älis: oh, da sind Sie leider falsch!

Älis: *bedauer*

isa-: oh..wissen sie dann eventuell wo...also weil..also

isa-: es ist mir wirklich sehr unangenehm

Älis: das ist das amt für vergessliche

isa-: also wissen sie

Älis: nein, ich weiss nichts

Älis: sonst wäre ich hier nicht angestellt

isa-: äh, und weswegen war ich nochmal hier?

Älis: oh, kann es sein, daß sie richtig bei mir sind?

isa-: koennte moeglich sein - wenn sie mir noch sagen wer sie sind und was sie von mir wollen?

Älis: ich bin. ähm ...

Älis: *aufschildguck*

Älis: mitarbeiterin im amt für vergessliche

Älis: übrigens: können sie mir sagen, was ein amt ist?

isa-: wieso amt? was wollen sie denn in einem amt?

Älis: also .. hm .. es liegt mir auf der zunge ...

Älis: wo ist denn hier jemand, der zuständig ist?

isa-: ggg

Älis: haaaallooo lautruf

Älis: ggggggggggg

xyz-Chat: >>> ´XXX' kommt in den Raum 3,2,1,0 gestürmt.


Der eingetretene Herr fühlt sich nicht zuständig. Isa verlässt den Raum. Vorhang.



09.10.01

Mir gefällt die Idee einer SchnipselSammlung, keine Fetzen, die doch meist recht wohlformuliert werden und kein Tagebuch, bewahre, nein, Tagesschnipsel, und da da zur Zeit so ungefähr das einzige ist, was mir gefällt, sollte ich mich dranmachen. *dranmach*

Mal gucken, was sich die letzte Zeit so angesammelt hat...

Eine Stunde später, hm, gefällt mir nicht schlecht bisher - noch ein Archiv!

Ja, und das mit dem Küssen nehm ich zurück, schließlich soll man niemals nie sagen.



08.10.01

ich will niemals wieder geküsst werden

dann wacht man auf

das ist nicht gut, weil es sich so schwer wieder einschläft




06.10.01

... ein automatisch-flüchtiger Blick in den Spiegel und ein Schreck, ich halte den ungläubigen Blick von Schneewittchen fest, doch kaum aus, sie starrt mich aus dem Spiegel an; die Sonne macht´s, die hier durch´s Fenster strahlt und meine Haare Farbe bekennen und mich zu Schneewittchen werden lässt. Schwarz wie Ebenholz, weiss wie Schnee, rot wie Blut, schwarzgefärbt bin ich, blassfahle Haut hab ich und meine Lippen sind wie immer wund gebissen, ich bin eine Schneewittchenkarikatur.

Am liebsten mochte ich das Mädchen mit den Schwefelhölzchen, aber ich hab Angst vor ihr und ihrer Traurigkeit, der unendlichen, wie lange dauert es, wieder und wieder die Angst, hoffentlich darf sie auch diesmal sterben; die alle Anspannung abfallen lassende Erleichterung spüre ich heute noch, endlich ist sie tot.

Die Froschprinzessin mochte ich, obwohl mir der Frosch leid tat, und die Gänsemagd, aber am meisten wollte ich Dornröschen sein, 100 Jahre schlafen und dann weitersehen, mein Opa sang mir oft vor, daß in 100 Jahren alles vorbei sei, also gut, Dornröschen.


05.10.01


Ich hab ein Geschenk gekriegt!

Ein wunderhübsches, supertolles Geschenk. Bei seiner Entstehung durfte ich dabei sein,
das war schon Freude genug, und nun hat sie´s mir geschenkt, was sie da gemacht hat,
hat mir ihre Worte geschenkt, und sie sind so schön, daß ich Lust hatte, sie zu ver-html-nen und nicht für mich behalten will,
sondern allen zeigen, um daß auch andre sich dran freuen können.
Danke, Morgenmuffel :-)




Farben in die Luft schmeißen
u
nd wieder auffangen



möcht so richtig unvernünftig sein jetzt
nie mehr vernünftig
die Nächte durchmachen, untertags schlafen, mitten in der Nacht rauslaufen und -
... um den Mond rumlaufen,
den laut ansingen, Leute rausklingeln und ihnen Geschichten erzählen

den Sushi-Service aus München bis hierher bestellen
Farben in die Luft schmeißen und wieder auffangen
die Sonne einfangen und mit ihr Ball spielen
im Abendrot schwimmen
Wolken runterziehen und wieder hochpusten
och, da gäbs vieles

auf einen Drachen steigen und mir von ihm seine Sicht der Welt zeigen lassen
mit Steinchen, Federn spielen
und einfach mal wieder herrlich ausgelassen sein
ohne mir selber im Weg zu stehen
Pusteblumen im Winter übern Schnee pusten
lachend und weinend zugleich über eine Wiese laufen und mich auf ihr drehen
mich mit Wasserfarben ganz bunt bemalen und dann -
... hier übern Dorfplatz schlendern und Leute anquatschen
einfach mal wieder stundenlang mich ausheulen
jetzt mitten in der Nacht mein Didgeridoo in den Bergen spielen
stolpernd einen Abhang runterrennen und einen Drachen hinter mir herziehen
ganz schön verrückt

lachen, bis der Notarzt kommt
mich frei fühlen, bis ich es nicht mehr aushalte, weil ich davonfliegen würde
hoch ins Weltall springen und mir einen Stern runterglauben
ich würd das ja alles gar nicht aushalten
hm...
das wär ja Leben
und das schließe ich ja grad vollkommen aus
hm....

ich würd gerne Momo treffen wollen
und mit ihr gemütlich irgendwo Eis essen gehen
oder versuchen alle Herbstblätter in meiner Wohnung unterzubringen
Spiegelbilder im See einfangen wollen
mit den Geistern tanzen und lachen
meine Tarotkarten lebendig werden lassen
eine Hexe werden wollen
hm....
jetzt hör ich aber auf

dabei würd ich gerne den kleinen Prinzen suchen auf seinem Planeten
und ihm helfen, seine Rose zu pflegen
und täglich unendlich viele Sonnenuntergänge erleben
doch, es gäb vieles, auf was ich grad lust hätte

ganz viele Träume
und Wünsche
nach Freiheit
nach Farben
nach Wärme
nach Spiel
und Unbeschwertheit

ohne
Verzweiflung
Melancholie
Blockiertheit
Suizidgedanken
Selbsthaß
Einfach nur wunderschöne bunte Träume
und Gefühle
hm......

ich muß wohl wieder aufwachen
und aufhören zu träumen
sondern das Leben in den Griff kriegen



03.10.01

Ich möchte baden in Rasierklingen und diesen rundum blutenden Körper auf weisses Papier drücken, als Abdruck meinerselbst; früher im Schnee wurden Engel draus.

Komposition in Rot

Elend statt Engel